Gibt es Vorgaben zu Inschriften auf Grabsteinen?

 

Welcher Text MUSS mindestens auf einem Grabmal stehen

 
Vorab: Der oder die Nutzungsberechtigte eines jeweiligen Grabes ist nicht nur zuständig für das Grab, sondern auch verantwortlich für den Grabstein und das, was darauf geschrieben steht – die sog. Inschrift.

Es gibt zwar keine gesetzlichen Vorschriften dazu, was eine Grabsteininschrift enthalten bzw. wie diese aussehen muss, allerdings gelten auf Friedhöfen Statuten, die auch dazu Regelungen beinhalten können. Dabei kann es durchaus sein, dass für ein bestimmtes Gräberfeld sehr viel engere Vorgaben gelten als für ein anderes – das sollte bereits bei der Wahl des Grabes berücksichtigt werden. Vielfach ist zu Inschriften vorgegeben, dass mindestens die Daten zum Verstorbenen so wiedergegeben werden, wie sie in der Sterbeurkunde aufgeführt sind. Das sind in der Regel der Vor- und Nachname, sowie das Geburts- und das Sterbedatum. Etwaige Ruf- oder Spitznamen, selbst wenn sie alltäglich waren und der Verstorbene fast ausschließlich unter diesem Namen bekannt war, könnten dann bestenfalls zusätzlich auf dem Grabstein stehen, aber nicht anstelle des rechtlich korrekten Namens.


 

Was KANN oder DARF auf dem Grabstein graviert werden

 

Was darüber hinaus die Inschrift enthalten darf, sollte man im Vorfeld bei der Friedhofsverwaltung erfragen – etwa der Geburtsname, ein Sinnspruch, Geburts- und Sterbeort, Titel, ein Trauermotiv oder das Portrait des Verstorbenen . . .


Da oftmals der Preis für den Grabstein mit der Anzahl der Zeichen und Buchstaben steigt (nicht so bei Grabmal.de), verzichten viele auf zusätzliche Inschrift und beschränken sich auf das vorgeschriebene Minimum.


Sofern der Grabstein für ein Gräberfeld ganz ohne Vorgaben gebraucht wird, kann die Inschrift z. B. auf die Darstellung eines Motivs, eines Gedichtes, Gebetes oder Portraits reduziert sein – wenn keine Vorschrift gilt, gibt es auch kein Minimum . . .


 



Was ist als Grabstein-Inschrift verboten


Der Friedhof ist ein besonderer Ort der Ruhe und der Würde – das gilt für die Verstorbenen ebenso wie für Angehörige, Hinterbliebene und die Besucher. Insofern sollte selbstverständlich alles tabu sein, was andere als störend, belästigend, anstößig oder ehrenrührig empfinden könnten.


Zum Einen sind bestimmte Zeichen/Symbole (z. B. Hakenkreuz und SS-Runen) ausdrücklich verboten und darüber hinaus liegt vieles im Ermessen des Friedhofsträgers. So könnte auf einem Friedhof z. B. der Zusatztext “geiler Typ” als zu sexistisch abgelehnt werden, während man das für einen anderen Friedhof als moderaten Ausdruck zeitgemäßer Sprache genehmigen würde.


Auch bezüglich der Symbole behalten sich Friedhofsverwaltungen ganz unterschiedliche Maßstäbe hinsichtlich der Genehmigung vor: Während auf vielen kirchlichen Friedhöfen ausschließlich christliche Motive akzeptiert werden, sind auf Friedhöfen in kommunaler Trägerschaft meistens auch Zeichen anderer Religionen (z. B. Yin und Yang oder Vadschra) erlaubt.

Leider gibt es auch bezüglich Foto-realistischer Bildgravuren auf Grabsteinen keine einheitlichen Regelungen für alle Friedhöfe. Wer ein Portrait des Verstorbenen oder ein anderes Fotomotiv in den Grabstein gravieren lassen möchte, sollte das im Vorfeld mit der Friedhofsverwaltung besprechen. Bisweilen lassen sich diese Wünsche realisieren, wenn bestimmte Größenvorgaben eingehalten werden. Da jedes Grabmal einer Genehmigung durch die Friedhofsverwaltung bedarf, könnte zusätzlicher Grabschmuck eine Lösung sein: Eine kleine Granitplatte oder ein kleiner Granitblock mit dem gewünschten Text, Bild oder Motiv zusätzlich zum genehmigten Grabmal bedarf in der Regel keiner Genehmigung, weil es ja kein Grabstein ist - sofern dessen Gravur nicht anstößig ist, dürfte wohl auch niemand was dagegen haben . . .


Wenn Sie dazu Fragen haben, wenden Sie sich gern an uns info@grabmal.de